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Motorola Razr 40 Ultra im Test: Das bessere Flip-Foldable?

Mehr Display, mehr besser?
Moto Razr 40 Ultra

Das Motorola Razr 40 Ultra tritt als direkte Konkurrenz zu Samsungs neuem Galaxy Z Flip 5 an und will besonders mit seinem auffälligen Coverdisplay punkten. Kann sich das Klapp-Smartphone im Test behaupten? Und wie sinnvoll lässt sich so ein Foldable mittlerweile im Alltag nutzen?

Motorola hat das Razr 40 Ultra, welches in Übersee übrigens Razr 40 Plus heißt, im Juni zu einer UVP von 1.199 Euro vorgestellt. Mittlerweile ist das faltbare Smartphone jedoch schon etwas günstiger zu haben und mit 256 GB Speicher beispielsweise bei Amazon ab 1.179 Euro bestellbar. Eine größere Speichervariante wird nicht angeboten.

Ausgeliefert wird das Razr 40 Ultra mit etwas Papierkram als Nachtlektüre, einem USB-C auf USB-A Kabel und einem 33 Watt USB-A-Ladegerät. Dazu packt Motorola sogar eine zweiteilige, transparente Schutzhülle in die Box, was besonders Foldable-Neulingen entgegenkommen dürfte – lobenswert.

Coverdisplay

Wie auch beim Samsung Galaxy Z Flip 5, hat Motorola das Coverdisplay deutlich vergrößert. Gegenüber dem Razr 2022 wächst der äußere Bildschirm von 2,7 Zoll auf 3,6 Zoll an und ermöglicht so eine noch bessere Nutzung, ohne das Smartphone auffalten zu müssen. Dadurch könnt ihr eingehende Nachrichten auch fix mal über das Außendisplay beantworten oder euch auf Google Maps navigieren lassen. Während ihr beim Flip 5 dort nur über einen Umweg alle Apps nutzen könnt, ist das beim Motorola direkt möglich.

Statt das Display um die Kamera herumzuführen, hat sich Motorola für ein nahezu vollflächiges Panel entschieden und die beiden Kameras einfach hineingesetzt. Das führt dazu, dass sich Apps auf dem Razr etwas größer darstellen lassen. Mit einer Halte-Geste könnt ihr dann ganz easy zwischen angepasster und vollflächiger Ansicht wechseln. Was mit dem Coverdisplay übrigens super klappt: Selfies mit den beiden Hauptkameras – doch dazu später mehr Eindrücke.

Mit 1.056 x 1.066 Pixel bietet das Außendisplay eine knackige Auflösung, dazu gibt es mit bis zu 144 Hz eine geschmeidige Bildrate. Zum Vergleich: Das Flip 5 ist hier auf 60 Hz begrenzt, wird jedoch bei einer Vollbildweißdarstellung mit bis zu 920 nits ein gutes Stück heller als das Razr 40 Ultra mit maximal 750 nits. Trotzdem lässt sich auch das Motorola bei direkter Sonneneinstrahlung gut nutzen.

Design & Verarbeitung

Beim Design hat sich Motorola nicht lumpen lassen und dem Razr 40 Ultra einen sehr modernen Look spendiert. Was beim ersten Razr-Foldable noch sehr stark an ein Klapphandy aus alten Zeiten erinnerte, sieht jetzt mit dem glänzenden, abgerundeten Aluminiumrahmen, dem leicht gebogenem Glas über dem Coverdisplay und der matt-glitzernden Rückseite wirklich schick aus.

Uns steht aktuell die Farbe Glacier Blue zur Verfügung, alternativ bietet Motorola das Smartphone noch in Infinite Black und Viva Magenta an. Besonders letzterer Farbton ist neben dem Foldable-Format ein Alleinstellungsmerkmal für sich und erhält sogar eine griffige Rückseite aus Kunstleder. Die anderen beiden Farben, unsere eingeschlossen, weist hingegen eine sehr rutschige Oberfläche auf, die jedoch immerhin kein Magnet für Fingerabdrücke ist.

Durch das flach schließende Scharnier ist das Smartphone zusammengefaltet knapp 15 Millimeter dick und macht sich daher in der Hosentasche nicht ganz so bemerkbar. Aufgeklappt ist es dann mit einer Dicke von 7 mm angenehm dünn und liegt danke der abgerundeten Seiten sehr komfortabel in der Hand. Durch die Bauart sitzen der Powerbutton inklusive Fingerabdrucksensor und die Lautstärketasten jedoch recht weit oben, was nicht immer ganz angenehm ist. Das Gerät nur mit einer Hand aufzuklappen, ist jedoch nicht ohne weiteres möglich.

Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau, gegenüber dem Galaxy Z Flip 5 wirkt das Scharnier aber nicht ganz so geschmeidig und birgt etwas mehr Spiel. Allerdings bleibt das Razr 40 Ultra etwas fester im geöffneten Zustand, während sich der Samsung-Konkurrent schneller einklappen lässt. Zudem ist das Flip 5 mit einer IPX8-Zertifizierung gegen Wasser geschützt, während das Razr 40 Ultra mit IP52 „nur“ gegen Staub geschützt und wasserabweisend ist. Ein paar Regentropfen dürfte es daher aushalten. Mit Gorilla Glass Victus auf den äußeren beiden Abdeckungen ist das Smartphone darüber hinaus gut gegen Kratzer und Stürze geschützt.

Innendisplay

Im Inneren erstrahlt das 6,9 Zoll großes OLED mit Full-HD+ Auflösung und vergleichsweise langem 22:9-Format. Das LTPO-Panel kann seine Bildrate von 1 bis 165 Hz adaptiv einstellen und auf die jeweilige Anwendung anpassen. Dazu gibt es mit bis zu 930 nits bei reduziertem Weißanteil (10 % APL) eine einigermaßen gute Spitzenhelligkeit, wobei das Samsung Flip 5 mit bis zu 1.625 nits nochmal ordentlich eine Schippe drauflegt. Bei einer Vollbildweißdarstellung (100 % APL) erreichten wir mit unserem Display-Profiler immer noch gute 760 nits, weswegen sich auch das Motorola bei direkter Sonneneinstrahlung hier nicht verstecken muss.

Die horizontale Displayfalte in der Mitte ist leider noch immer vorhanden, aber dafür nicht ganz so ausgeprägt wie beim Galaxy Z Flip 5 (Test). Ob sie jemals ganz verschwinden wird, ist fraglich, doch von vorne betrachtet ist sie nur kaum sichtbar. Trotz Kunststoffoberfläche, denn richtiges Glas kommt hier nicht zum Einsatz, fühlt sich das Display aber trotzdem recht robust an.

Leistung & Speicher

Zwar spendiert Motorola dem Razr 40 Ultra kein Upgrade auf den neuen Snapdragon 8 Gen 2 SoC, doch auch der Snapdragon 8+ Gen 1, so wie er schon im letztjährigen Razr 2022 zum Einsatz kam, bietet mehr als genug Leistung im Alltag. Dazu gibt es 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte internen Speicher.

Der Leistungsvorsprung vom neuen Qualcomm-SoC mit 17 % mehr Single-Core und 20 % mehr Multi-Core-Performance beim Flip 5 macht sich aber nur geringfügig bemerkbar. Deutlicher ist da der Unterschied beim Grafik-Benchmark, denn im 3D Mark Wild Life Extreme wird das Razr 40 Ultra abgehängt.

Dafür scheint der SD 8+ Gen 1 etwas effizienter zu sein, denn das Razr kann nach 20 Durchläufen des Benchmarks eine Leistungsstabilität von 44 % erreichen, was angesichts der Größe und damit einhergehenden eher kleinen Fläche zur Wärmeabgabe kein allzu schlechter Wert ist. Hier wird das Flip 5 wärmer und muss seine Leistung schneller drosseln.

Darüber hinaus ist das Razr 40 Ultra topaktuell ausgestattet und bietet Bluetooth 5.3, Wi-Fi 6E sowie NFC zum mobilen Bezahlen. Dual-SIM lässt sich über eine Nano-SIM und eSIM realisieren.

Software & Updates

Ab Werk ist Android 13 beim Razr 40 Ultra vorinstalliert. Auf eine „fancy“ Benutzeroberfläche im Sinne von One UI, MIUI oder Magic UI verzichtet Motorola allerdings und bleibt daher recht nah an Vanilla Android. Allerdings bringt Motorola ein paar eigene Apps auf das Smartphone, die durchaus auch in die Einstellungen hätten wandern können, darunter z.B. Dolby Atmos, Family Space und interaktive Hintergründe. Nervige Bloatware-Apps sind hingegen nicht vorinstalliert.

Sehr praktisch ist die direkte Integration der „Ready for“-Plattform, mit der ihr das faltbare Smartphone an einem PC, Tablet, Monitor oder Fernseher nutzen könnt. Ihr habt dann die Wahl, entweder Fotos und Videos anzusehen, ein Spiel zu zocken oder gleich eine umfangreiche Desktop-Oberfläche nutzen zu können, z.B. als Alternative zum Notebook.

In einer Hinsicht hat Motorola jedoch noch etwas Luft nach oben: Der Software-Support. Zwar verspricht der Hersteller dem Smartphone drei Jahre Android-Updates und vier Jahre Sicherheitspatches, doch schon das erste Update hat etwas auf sich warten lassen. Damit der Konkurrenzkampf weiterhin spannend bleibt, sollte Motorola hier etwas mehr Ressourcen investieren. Das Flip 5 erhält beispielsweise vier Jahre Android-Updates und fünf Jahre Sicherheitspatches.

Akku & Laden

Der Akku im Moto Razr 40 Ultra bietet eine Kapazität von bis zu 3.800 mAh. Damit kommt ihr problemlos durch den Tag und erreicht knapp 3,5 bis 4,5 Stunden Displayzeit. Im PC Mark Battery Benchmark (fixierte 300 nits Displayhelligkeit, adaptive Bildrate, WLAN sowie GPS aktiviert) eine Laufzeit von 8 Stunden und 50 Minuten, ehe noch 20 % Restkapazität im Akku waren – für diese Akkugröße ein sehr starkes Ergebnis.

Gegenüber dem Galaxy Z Flip 5, welches über 100 mAh weniger verfügt, kann das Motorola knapp 30 Minuten länger durchhalten. Auch der womöglich effizientere SoC dürfte dabei seine Finger im Spiel haben. Überraschenderweise liegen beide Foldables auf einem Niveau mit dem Google Pixel 7 Pro, welches über 5.000 mAh verfügt.

Etwas ausbaufähig ist allerdings die Ladeleistung, denn mit maximal 30 Watt braucht das Razr etwa 70 Minuten für eine vollständige Ladung. Damit ist es zwar 10 bis 20 Minuten schneller als der Samsung-Konkurrent, aber angesichts der Akkugröße auch nicht superschnell. Kabelloses Laden ist immerhin mit bis zu 5 Watt möglich.

Kamera

Motorola stattet sein Foldable mit einer Dual-Kamera aus, die auf eine 12 Megapixel Hauptkamera (f/1.5, PDAF, OIS) und 13 Megapixel Ultraweitwinkelkamera (f/2.2, AF) setzt. Im Inneren ist darüber hinaus eine Selfiekamera mit 32 Megapixel Auflösung und f/2.4 Blende in einem zentrierten Punch-Hole verbaut.

Beispielfotos

Das Razr 40 Ultra sorgt bei Tageslicht für sehr schicke Fotos, die neben einer guten Belichtung auch eine knackige Farbgebung besitzen. Gegenüber dem Galaxy Z Flip 5 muss sich das Motorola hier nicht verstecken und kann mit einer guten Qualität punkten. Farben werden jedoch ab und an etwas zu verwaschen dargestellt. Auch hinsichtlich Dynamikumfang kann das Razr nicht ganz mit dem Samsung mithalten.

Portraitfotos kann das Motorola mit der Hauptkamera ganz gut umsetzen. Der Unschärfeeffekt ist vergleichsweise sanft und sorgt dafür, dass kleinere Fehler bei der Abgrenzung zwischen Objekt und Hintergrund nicht ganz so schnell ins Auge fallen.

Die Ultraweitwinkelkamera knipst solide Fotos, die gut belichtet und farblich recht natürlich eingestellt sind. Mit 108 Grad kann das Razr 40 Ultra zwar nicht ganz so viel Bildinhalt einfangen wie das Flip 5 mit bis zu 123 Grad, sorgt hier und da jedoch für etwas mehr Schärfe und einen höheren Detailgrad.

Was noch fehlt: Eine Telefotokamera …

Über eine Telefotokamera verfügt das Motorola Razr 40 Ultra leider nicht. Wer möchte, kann das Bild der Hauptkamera jedoch digital bis zu 8-fach vergrößeren – was jedoch schnell im Pixelbrei endet. Zumindest der 2-fache Zoom sorgt noch für ansehnliche Ergebnisse, spätestens ab der 4-fachen Vergrößerung nimmt die Bildqualität jedoch rapide ab.

Bei Nacht hat das Motorola wohl noch das größte Potenzial. Zwar gelingt dem faltbaren Smartphone grundsätzlich eine ordentliche Qualität, doch besonders bei sehr dunklen Umgebungen hat das Razr 40 Ultra noch so seine Schwierigkeiten. Sofern etwas Licht im Motiv vorhanden ist, sind die Nachtfotos aber durchaus vorzeigbar. Auch der 2-fache Zoom sorgt hier für schicke Ergebnisse, nur die Ultraweitwinkelkamera enttäuscht.

Die Selfiekamera im Razr sorgte bei unserem Test leider für eine etwas unterdurchschnittliche Qualität. Zwar protzt das Smartphone mit einem 32 Megapixel Sensor, doch so wirklich überzeugend sehen die Fotos nicht aus. Für gelegentliche Selfies reicht der Sensor aus, dennoch empfehlen wir euch eher die beiden Hauptkameras über das Coverdisplay zu nutzen. Vor allem die Ultraweitwinkelkamera eignet sich wunderbar für Selfies mit mehreren Personen.

Videos kann das Motorola Razr 40 Ultra mit bis zu 4K bei 60 fps aufzeichnen. Das sorgt zwar für ein „crispy“ Bild mit einer guten Farbgebung, doch besonders bei bewegten Aufnahmen (z.B. beim Gehen) kommt die Bildstabilisierung an ihre Grenzen. Unschöne Wackler und Verzerrungen sind dann die Folge. Hier muss Motorola nochmal an der Software feilen.

Fazit

Wenn ein Name perfekt für ein faltbares Smartphone ist, dann vermutlich RAZR, denn nach der Wiederbelebung der Marke im Jahre 2019 hat Motorola seine Foldables stetig weiterentwickelt und mit dem Razr 40 Ultra einen starken Kontrahenten zum Platzhirsch Samsung ins Rennen geschickt. Durch das deutlich größere Außendisplay lässt sich das Smartphone auch im zugeklappten Zustand vernünftig im Alltag nutzen, um beispielsweise eine Nachricht zu beantworten. Von Vorteil ist hier auch die direkte Integration nahezu aller installierten Apps, während Samsung dies nur über Umwege erlaubt.

Zwar gibt es unter der Haube kein Upgrade auf den neusten Snapdragon-Chip, doch auch der letztjährige Top-SoC sorgt für eine hohe Performance im Alltag und lässt euch zusammen mit den geschmeidigen OLED-Displays durch die cleane Software fliegen. Denn Motorola verzichtet auf eine stark angepasste Software und bewegt sich recht nah an „Vanilla Android“. Nur Updates könnten etwas schneller und vor allem länger eintrudeln, da hat Samsung weiterhin die Nase vorn.

Die Verarbeitung des Foldables ist auf einem sehr hohen Niveau, doch mit IP52 ist das Razr 40 Ultra nur gegen Staub geschützt und wasserabweisend. Zudem ist das Scharnier, auch wenn es einen robusten Eindruck hinterlässt, nicht ganz so geschmeidig wie beim Flip 5. Die Kameras knipsen vor allem bei Tageslicht sehr ansehnliche Fotos, schwächeln dann aber etwas bei Nacht – hier sollte Motorola noch für etwas Feintuning sorgen. Auf Flaggschiff-Niveau, vor allem angesichts der Preisklasse, ist die Dual-Kamera allerdings nicht.

Zu einem Preis ab 1.179 Euro ist das Motorola Razr 40 Ultra sicherlich kein günstiges Smartphone, stellt aber eine gute Alternative für die Flip-Reihe von Samsung dar und dürfte vor allem durch das größere Coverdisplay und die cleane Software von einigen Nutzern in Betracht gezogen werden. Übrigens: Motorola experimentiert schon mit weiteren Designs, z.B. ausrollbare Smartphones.

Smartphones
Allround-PC.com Award
08/2023
Motorola Razr 40 Ultra
Empfehlung

Pro

  • exzellente Displays
  • kompakte Hosentaschenform
  • gute Performance
  • solide Akkulaufzeit
  • gute Kamera bei Tag
  • hochwertige Verarbeitung
  • IP52-zertifiziert
  • mit „Ready For“-Plattform

Contra

  • Kamera nicht auf Top-Niveau
  • könnte etwas schneller laden
  • (nicht wasserdicht)
  • Software-Support ausbaufähig

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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja stellv. Chefredakteur

Ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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