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be quiet Straight Power 12 im Test: Günstiges Platinum-Netzteil mit ATX 3.0

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be quiet Straight Power 12

Das neue be quiet Straight Power 12 ist nicht nur für den ATX 3.0 Standard ausgelegt und verfügt daher über einen nativen 12VHPWR-Stecker, sondern bietet nun auch ein höheres Leistungsspektrum mit wahlweise bis zu 1.500 Watt. Wir haben uns das Netzteil mit 80 Plus Platinum Zertifikat etwas näher für euch angesehen.

Mit fünf Leistungsklassen von 750 Watt bis 1.500 Watt hievt be quiet die Straight Power 12 Serie ein paar Stufen nach oben. Die Nachfolger des be quiet! Straight Power 11 Platinum, welches mit 550 Watt bis 1.200 Watt eher noch zur gehobenen Mittelklasse zählte, folgen daher dem anhaltenden Trend der immer stromhungrigeren Komponenten und sollen sich vor allem an anspruchsvolle Anwender und PC-Bauer richten.

Das Straight Power 12 bewegt sich nun also eher im High-End-Bereich, was sich auch im Preis widerspiegelt – denn für die Basisvariante mit 750 Watt werden 159,90 Euro UVP (aktuell ab 148 Euro) aufgerufen, das Topmodell mit 1.500 Watt gibt es ab 349,90 Euro UVP (mittlerweile ab 310 Euro). Unser Modell mit 1.000 Watt Leistung soll 219,90 Euro UVP kosten, ist aber bereits für unter 200 Euro verfügbar.

be quiet liefert das Straight Power 12 mit einem passenden Kabelset, vier Befestigungsschrauben und einem mehrsprachigen Benutzerhandbuch aus. Dazu gibt es vier Kabelbinder, doch auf weiteres Zubehör, wie beispielsweise Klettbänder oder ein Netzteiltester, verzichtet der Hersteller.

Design & Verarbeitung

Be quiet hat das Design der Straight Power 12 Serie nicht großartig weiterentwickelt. Über dem schwebenden Lüfter sitzen weiterhin glänzende, silberne Streben, die fließend in das schwarz lackierte Stahlgehäuse eintauchen. Trotz gesteigerter Leistung sind die Netzteile mit 150 x 86 x 160 mm (BxHxT) tatsächlich etwas kompakter geworden. Das Straight Power 11 Platinum (hier im Test) war noch gut zehn Zentimeter länger.

Durch das voll-modulare Format könnt ihr selbst entscheiden, welche Kabel eingesteckt werden – passend zur Hardware in eurem Rechner. Das erleichtert nicht nur das Kabelmanagement, sondern erspart euch auch den nervigen Kabelsalat. Die schwarzen Kabelstränge sind ummantelt, was für einen geordneten Look sorgt.

Das beiliegende Kabel-Set besteht aus:

Allerdings geht das mittlerweile auch etwas schicker, zum Beispiel mit einer Ummantelung der Einzellitzen wie beim Seasonic Vertex GX-1000 (Test). An hochwertige Einzel-Sleeves kommt das zwar auch noch nicht heran, doch beim Straight Power 12 wären wir schon eher geneigt, das Netzteil um ein zusätzliches Kabel-Set, z.B. von CableMod, zu ergänzen.

Nicht falsch verstehen: Auch die Kabel des Straight Power können sich sehen lassen und sind hochwertig verarbeitet, wie auch das Netzteil insgesamt, doch hier hat sich be quiet leider nicht weiterentwickelt. Nur beim Dark Power Pro 13, welches mindestens 370 Euro kostet, gibt es eben solche Kabelstränge mit schicker Stoffummantelung.

Technik & Kühlung

Im Inneren verbaut be quiet bewährte Technik, denn wie auch im Dark Power 13 kommt beim Straight Power 12 eine Full-Bridge-LLC-Topologie mit Synchronous Rectifier und DC/DC-Technik zum Einsatz. Sie sorgt für eine hohe Effizienz, bessere Regulation und niedrigere Restwelligkeit, so be quiet. Die Verwendung von japanischen Kondensatoren, die bis zu 105 °C Betriebstemperatur ausgelegt sind, soll darüber hinaus für einen zuverlässigen Betrieb sorgen.

Die 12V-Single-Rail leistet bis zu 999,6 Watt bei maximal 83,3 Ampere, für 3,3 Volt und 5 Volt stehen bis zu 150 Watt mit je 25 Ampere zur Verfügung. Mit einer 80 Plus Platinum Zertifizierung erreicht das Netzteil dann eine Effizienz von bis zu 93,9 % bei 50 % Last – das ist schon ein starker Wert. Noch effizienter sind da nur Titanium-Netzteile, darunter auch das Dark Power 13.

Lüfterkurve (Bild: be quiet)

Gekühlt wird die Technik von einem 135 mm Silent Wings Lüfter mit Fluid-Dynamic-Lager, 6-pol-Motor und bis zu 2.100 rpm Drehzahl. Der trichterförmige Einlass unter den silbernen Streben soll für einen höheren Luftdurchsatz sorgen, was im Endeffekt auch für eine geringere Lautstärke sorgt. Einen semi-passiven Modus gibt es zwar nicht, doch mit 8 dB(A) bei unter 50 % Last (laut be quiet) ist der Lüfter kaum wahrnehmbar.

Darüber hinaus sind alle wichtigen Schutzschaltungen vorhanden, dazu zählen ein Überhitzschutz (OTP), Überstromschutz (OCP), Überlastschutz (OPP), Kurzschlussschutz (SCP), Überspannungsschutz (OVP), Unterspannungsschutz (UVP) sowie Schutz bei Überspannungen und gegen zu hohen Einschaltstrom (SIP). Abgerundet wird das be quiet Straight Power 12 von einer 10-jährigen Herstellergarantie.

Was ist ATX 3.0?

Mit ATX ist nicht nur das Format einer Platine gemeint, sondern auch die Konfiguration für ein Netzteil. Intel entwickelte diese Design-Richtlinien bereits seit 1995, um Hardwarekomponenten einen gewissen Standard zu verpassen. Die neuste Generation in Form von ATX 3.0 wurde im Februar 2022 eingeführt und rückt vor allem zwei Neuerungen ins Rampenlicht: Den 12VHPWR-Anschluss und das Verhalten bei extremen Lastspitzen.

Auch das be quiet Straight Power 12 ist für den ATX 3.0 Standard ausgelegt und verfügt daher nativ über einen 12VHPWR-Stecker („Micro-Fit 3.0“) mit 12 Leitungen zur Stromversorgung (6x 12V + 6x Masse) und vier Sense-Pins zum Aushandeln der benötigten Leistung. Hierüber lassen sich dann bei Bedarf vier Stufen festlegen: 150, 300, 450 und 600 Watt. Im Fall des Straight Power 12 kann sich der 12VHPWR-Stecker bis zu 600 Watt genehmigen. Für ältere Modelle oder AMD-Karten sind aber weiterhin die klassischem 6+2-PCIe-Stecker vorhanden.

Für neue Grafikkarten ist allerdings auch der PCI-Express 5.0 Standard wichtig, der erstmals das Verhalten mit Lastspitzen spezifiziert. Demnach kann eine Grafikkarte mit PCIe 5.0 das 3-fache ihrer durchschnittlichen Leistungsaufnahme für bis zu 100 Mikrosekunden abrufen. Die doppelte Leistung kann sich die GPU immerhin für bis zu 10 Millisekunden erlauben. Allerdings darf die durchschnittliche Leistungsaufnahme der Grafikkarte in einem Intervall von 1.000 Millisekunden nie höher als die Nennleistung (z.B. 600 W) sein.

Netzteil im Leistungstest

Für einen Performance-Check haben wir ein aktuelles Testsystem zusammengestellt, das auf einen Intel Core i9-13900K in Kombination mit einer Asus ROG Strix GeForce RTX 4080 OC setzt. Die Leistungsaufnahme des Systems wird mit einem Voltcraft Plus Energy Monitor 3000 Verbrauchsmessgerät ausgelesen. Wir testen dabei die Betriebszustände Standby, Leerlauf (Idle) und Last (Load).

Der Prozessor wird hierbei mit dem Tool Prime95 (Small FTTs) für 30 Minuten ausgelastet, die Grafikkarte wird hingegen mit dem Benchmark Furmark (4K UHD, 4x MSAA) an ihr Limit gebracht. Des Weiteren haben wir die Leistungsaufnahme mit dem Cyberpunk 2077 Benchmark (4K, max. Settings, DLSS3 aktiviert) ausgetestet.

Unser Netzteil-Testsystem:

Einordnung der Testergebnisse

Bei maximaler Auslastung durch Prime95 und Furmark genehmigte sich das be quiet Straight Power 12 durchschnittlich 740 Watt. Hierbei taktete der Intel Core i9-13900K mit bis zu 5,8 GHz und sorgte zusammen mit der Grafikkarte zeitweise für eine Systemlast von bis zu 860 Watt.

Im Benchmark von Cyberpunk 2077 zog das Netzteil hingegen durchschnittlich 539 Watt aus der Steckdose und liegt damit nahezu im idealen Effizienzbereich (best-case bei 50 % Last). Wer hingegen nicht in 4K-Auflösung zockt und ein etwas schwächeres System nutzt, sollte eher zum 750er- oder 850er-Modell greifen.

Während unserer Tests sorgte das Straight Power 12 stets für einen reibungslosen Betrieb, das zeigt sich auch an der stabilen Versorgung der 3,3V-, 5V- und 12V-Schienen. Die gesammelten Messwerte liegen zudem innerhalb der von ATX 3.0 vorgeschriebenen Toleranzen (12V: +5 % / -7 %). Wie sich das Netzteil in den oberen Grenzregionen verhält, können wir mit unserem Testequipment leider nicht angeben. Auch zu Faktoren wie der Effizienz, Restwelligkeit sowie einer gewollten Überlast zum Test der Schutzmechanismen können wir keine Aussage tätigen.

Nach dem 30-minütigen Stresstest erwärmte sich das Netzteil im Inneren auf maximal 45,2 °C. Die ausgehenden Anschlüsse wurden maximal 39,5 °C warm. Der verbaute Silent Wings Lüfter sorgte für einen ruhigen Betrieb. Selbst bei voller Last (über 800 Watt) blieb er eher im Hintergrund. Hier sorgen CPU-Kühler, Grafikkarte und Gehäuselüfter eher für den höheren Lautstärkepegel. Ein semi-passiver Modus fehlt zwar, doch auch im Leerlauf ist der Lüfter ausgesprochen leise – fast schon unhörbar.

Fazit

Das be quiet Straight Power 12 (1.000 Watt) kann nicht nur mit einer hochwertigen Verarbeitung punkten, sondern auch mit seinem leisen Betrieb – vor allem bei hoher Last. Dazu verfügt das Netzteil über eine hohe Effizienz nach 80 Plus Platinum Zertifizierung und ist nach dem ATX 3.0 Standard mit einem nativen 12VHPWR-Stecker für PCIe Gen5 Grafikkarten ausgestattet.

Mit dem vollmodularen Format spart ihr euch den nervigen Kabelsalat beim Kabelmanagement und könnt selbst auswählen, welche Stecker ihr benötigt. Wir hätten uns in diesem Preissegment jedoch eine etwas schickere Ummantelung gewünscht. Das kabellose Innenleben mit hochwertigen Kondensatoren und moderner Topologie sorgt darüber hinaus für eine stabile Spannungsversorgung. Abgerundet wird das überzeugende Gesamtpaket von einer 10-jährigen Herstellergarantie.

Zum Preis ab 200 Euro erwartet euch mit dem be quiet Straight Power 12 1.000 Watt nicht nur ein leistungsstarkes, sondern vor allem das aktuell günstigste Platinum-Netzteil für euren Rechner. Wer knapp 60 Euro mehr ausgibt, bekommt mit dem Dark Power 13 sogar noch etwas mehr Effizienz (80 Plus Titanium), ein noch schickeres Design und einen Multi-/Single-Rail-Schalter. Für etwa 50 Euro weniger gibt es das Pure Power 12M, welches ebenfalls für ATX 3.0 ausgelegt ist, 80 Plus Gold bietet und über einen etwas kleineren Lüfter verfügt. Direkte Konkurrenz bekommt das Straight Power 12 auch vom Seasonic Vertex GX-1000 (hier im Test).

Netzteile
Allround-PC.com Award
08/2023
be quiet! Straight Power 12 (1.000 Watt)
Empfehlung

Pro

  • hochwertige Komponenten im Inneren
  • sehr leiser Lüfter (auch unter Last)
  • voll-modulares Format mit ummantelten Kabeln
  • nativer 12VHPWR-Stecker
  • alle wichtigen Schutzschaltungen vorhanden
  • 10 Jahre Herstellergarantie

Contra

  • Kabelummantelung könnte etwas schicker sein

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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja stellv. Chefredakteur

Ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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