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Test: Patriot Viper VP4300 Lite 2 TB – Bye, bye DRAM!

Refresh ohne DRAM und China-Chips: Geht das gut?
Die Patriot Viper VP4300 Lite auf einem weißen Mainboard.

Vor etwa zwei Jahren ging Patriot mit seiner Viper VP4300 SSD für Gamer an den Start. Jetzt kommt mit der Viper VP4300 Lite die neuste Version der Viper Gaming SSD auf den Markt. Warum die Modellbezeichnung jedoch irrend führend sein kann und was das PCIe-4.0-Laufwerk tatsächlich leistet, haben wir für euch getestet.

Überblick: Viper VP4300 Lite

Patriot Memory ist ein bereits seit Langem etablierter Player im Speichermarkt. Im SSD-Segment hatte das Unternehmen bis dato drei Modelle zu bieten: Die Viper VPN110 mit PCIe-3.0-Anbindung für den unteren Leistungsbereich sowie die spezielle Viper VPR400 RGB (Testbericht) für Anwender, die auch ihre SSD gerne in bunten Farben erstrahlen lassen.

Die Spitze des Highend-Segments war bisher die im Jahr 2021vorgestellte Viper VP4300 SSD, die in unserem damaligen Testbericht ein gutes Bild abgab. Seitdem hat sich die SSD-Technologie stark weiterentwickelt. Zwar sind schon die ersten Laufwerke mit PCIe-5.0-Anbindung verfügbar, die Preise hierfür sind aber erwartungsgemäß vergleichsweise hoch.

Die Viper VP4300 Lite von vorne fotografiert
Optisch tritt die Lite-Version schlicht auf.

Patriot hat sich für sein neustes Modell daher abermals für eine PCIe 4.0 basierte SSD entschieden. Auch bei der Namensgebung bleibt der Speicherspezialist konventionell und tauft seine neuste Kreation Viper VP4300 Lite.

Angeboten wird die VP4300 Lite in vier Varianten mit 512 GB, 1 TB, 2 TB sowie später auch als 4-TB-Modell. Für unseren Test haben wir die 2-TB-Version herangezogen, die aktuelle zu einem Preis von knapp 93 Euro im Handel erhältlich ist.

Unter der Haube: Die Viper VP4300 Lite steht für Veränderung

Obwohl der eher zurückhaltende Name mit dem Wort „Lite“ am Ende erst einmal gar nicht danach klingt, setzt Patriot bei dem neuen Laufwerk auf ganz besondere Komponenten.

Anstelle des Controllers von InnoGrid inklusive DRAM-Aussttatung der ursprünglichen Viper VP4300, geht Patriot bei der neuen Lite einen komplett anderen Weg. Die gesamten Kernkomponenten des Laufwerkes werden erstmals von chinesischen Unternehmen geliefert. Das gilt insbesondere für den Controller und auch für den NAND.

Der Chipsatz stammt dabei von Maxio Tech und hört auf die Bezeichnung MAP1602-C. Es handelt sich dabei um einen 4-Kanal-Controller, der mit bis zu 4 TB NAND umgehen kann und ohne DRAM-Cache auskommt. Stattdessen kommt hier die HMB-Technologie (Host Memory Buffer) zum Einsatz, die einen kleinen Teil des Systemarbeitsspeichers für diese Zwecke verwendet.

Auch beim NAND verlässt Patriot die übliche Lieferkette und holt YMTC (Yangtze Memory Technologies) an Bord. Das Unternehmen liefert ab sofort den passenden 3D-TLC-NAND mit 232 Layern. Die Lebenserwartung gibt Patriot mit 1,6 PB (total bytes written) für die 2-TB-Version an, was leicht unter den 2 PB der VP4300 liegt.

Selbstverständlich verfügt die neue Lite-SSD weiterhin über einen SLC-Cache, um die Schreibzugriffe in den TLC-NAND zu beschleunigen.

Die Anbindung des M.2-Moduls erfolgt per PCIe 4.0 mit 4 Lanes und als Protokoll kommt NVMe 1.4 zum Einsatz. Auf einen großen Kühlkörperaufbau verzichtet Patriot bei der neuen Lite-Version. Stattdessen wird das Laufwerk mit einem dünnen Graphene-Heatspreader-Aufkleber geliefert. Das bringt den großen Vorteil mit sich, dass die SSD auch in die Sony PS5 passt.

In Kürze: Die Viper VP4300 Lite auf einen Blick

Hier findet ihr noch einmal alle wichtigen Eckdaten der Patriot Viper VP4300 Lite SSD im kompakten Überblick.

Die Patriot Viper VP4300 Lite…

Leistungstest der Patriot Viper VP4300 Lite SSD

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die Patriot Viper Gaming VP4300 Lite SSD mit 2 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktische Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben.

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem:

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

*mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen in der Legende unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen, die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmarks ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht, die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von 4 Kilobyte bis 2 Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die ermittelten Werte allerdings nur selten zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt.

Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, welches die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen diese Art von Tests die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehört ein 20 GB großes ISO-Image sowie ein Teil des Battlefield 5 Spiele-Ordners mit einer Größe von 20,3 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Test mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image-Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet. Anschließend wird die Prozedur mit einem 20,3 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet, wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigröße wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.

Leistung im Zeitverlauf

Um die Leistung der SSD mit zunehmendem Füllstand zu simulieren, wird das Laufwerk fast vollständig mit zufälligen Daten (nicht komprimierter) gefüllt. Es verbleiben lediglich 10 GB freier Speicherplatz. Unter diesen Bedingungen werden die Tests mit dem Crystal Disk Mark wiederholt und die Ergebnisse verglichen.

Ab sofort stellen wir auch die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit für euch als Diagramm dar. Dabei handelt es sich um die mittlere Transferrate, die die SSD beim vollständigen Beschreiben des NAND-Speichers benötigt. Lediglich 10 GB Speicherplatz bleiben bei diesem Test frei, damit noch weitere Benchmarks im gefüllten Zustand ausgeführt werden.

Dieser Geschwindigkeitswert wird dabei unter anderem durch den SLC-Cache (langsameres Schreiben im TLC-Modus) und die Reduzierung der Laufwerksleistung aufgrund zu hoher Temperaturen (Throttling) beeinflusst. Um letztere Komponente zu kompensieren, testen wir die Laufwerke ab sofort einmal mit und einem ohne Kühler. Als Kühler kommt der RaidSonic ICY BOX IB-M2HSF-702 mit automatischer Drehzahlregelung zum Einsatz. Diese Ergebnisse tragen das Kürzel (K).

Ergebnisse der Patriot Viper VP4300 Lite SSD

Bereits das grobe Überfliegen der Messergebnisse zeigt: Die neue VP4300 Lite braucht sich vor anderen SSDs mit „bewährter“ Hardwareausstattung nicht zu verstecken.

In den sequenziellen Testdurchläufen erreicht die SSD die beworbenen 7.400 MB/s problemlos und übertrifft die Schreibleistung (bis zu 6.400 MB/s) in unserem Test mit fast 6.700 MB/s sogar deutlich. Dabei fällt sie beim Schreiben nur minimal hinter die Leistung der ursprünglichen VP4300 zurück und ist lesend sogar ein wenig schneller unterwegs.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den wahlfreien Zugriffen auf unterschiedliche Blockgrößen. Hier kann das neue Modell konstantere Werte über einen breiteren Bereich liefern und ist lesend auf Augenhöhe mit der VP4300. Gleiches gilt für den Schreibbetrieb, wenngleich die Lite hier in der Spitze den Kürzeren zieht, jedoch mit einer zu vernachlässigenden Differenz.

Richtig Spaß macht der Blick auf unsere praktischen Kopiertests unter Windows. In dieser Disziplin trumpft die VP4300 Lite dann voll auf und liefert Bestwerte ab. Das sind gute Neuigkeiten für Verbraucher, denn im Hinblick auf die Leistung gibt es ab sofort ganz offensichtlich neue Konkurrenz für die etablierten SSD-Komponentenhersteller direkt aus China – auch im Bereich Speicher und Controller.

Ein ähnliches positives Bild zeichnen unsere Messungen im Bereich der konsistenten Leistung nach dem (fast) vollständigen Füllen des NANDs. Davon zeigt sich die neue Patriot SSD fast gänzlich unbeeindruckt.

Der Graphene-Kühler der VP4300 Lite in der Nahaufnahme
Als Kühler nutzt die SSD eine dünne Graphene-Schicht.

Natürlich musste die VP4300 Lite auch unseren Dauerschreibtest durchlaufen, bei dem einmal der gesamte Speicherbereich am Stück vollgeschrieben wird. Diese Aufgabe meisterte das neue Patriot-Modul mit soliden 1.712 MB/s im Durchschnitt – ohne Kühler. Verpasst man der SSD eine potente Kühllösung waren gar 1.820 MB/s im Mittel drin. Das zeigt auch, dass thermisches Throttling im Vergleich zu anderen Modelle hier keine allzu große Rolle spielt. Wer diesen Punkt ganz aus der Welt schaffen will, kühlt aber auch die VP4300 Lite am besten direkt mit einem passenden M.2-Kühler.

Patriot Viper VP4300 Lite Wärmeentwicklung
Mit zu hohen Temperaturen hat die VP4300 Lite keine Probleme.

In Zahlen bedeutet das, dass wir selbst unter anhaltender Last maximal 73,6 °C am Controller (wärmste Stelle) nur mit dem Standard-Graphene-Heatspreader gemessen haben. Diese Temperatur geht natürlich völlig in Ordnung.

Fazit: Neuer Geheimtipp?

Mit der Viper VP4300 Lite gelingt Patriot ein weiteres potentes Laufwerk auf Basis von PCIe 4.0, das sich rein auf den Namen bezogen beinahe etwas unter Wert verkauft.

Mit der neuen Kombination aus dem DRAM-less Maxio-Controller und YMTC-NAND gelingt ein frischer Komponentenmix, der den etablierten SSDs in nichts nachsteht. Die VP4300 Lite steht in allen Disziplinen gut da und weiß vor allem in den praktischen Kopiertests zu überzeugen.

Auch preislich positioniert Patriot die VP4300 Lite beinahe zu einem Kampfpreis. Für die VP4300 Lite mit 2 TB zahlt ihr derzeit knapp 93 Euro. Zum Vergleich: Die Viper VP4300 (ohne Lite) kostet mit 2 TB derzeit ab 113 Euro, die Samsung SSD 990 Pro 2 TB gibt es für circa 158 Euro und die Kingston FURY RENEGADE SSD 2TB gibt es ab etwa 123 Euro zu kaufen.

Wer also auf der Suche nach einem schnellen Laufwerk zu einem wirklich fairen Kurs ist, kann hier bedenkenlos zugreifen.

SSDs
Allround-PC.com Award
08/2023
Patriot Viper VP4300 Lite 2 TB
Preis-Leistung

Pro

  • sehr gute Performance
  • keine thermischen Auffälligkeiten
  • sehr fairer Preis

Contra

  • Verzicht auf DRAM-Cache

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Nils Waldmann Redakteur

Seit über 17 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle und ist mit der Drohne unterwegs.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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