Cloud-Boom auch nach Datenschutzskandalen ungebrochen

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Infos  / Marcel Schreiter

Trotz Sicherheitslücken erfreut sich die Nutzung von Cloud-Diensten in Deutschland nach wie vor wachsender Beliebtheit. Das bestätigt eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag des deutschlandweit größten Cloud-Speicher-Anbieters STRATO.

Laut den Ergebnissen der exklusiven Studie verwendet bereits mehr als die Hälfte aller Internetnutzer zwischen 18 und 75 Jahren den praktischen Online-Speicher. Jeder dritte Nicht-Nutzer plant zumindest in Zukunft die Verwendung eines Cloud-Dienstes. Zu ähnlichen Ergebnissen war im vergangenen Jahr der Bitkom Cloud-Monitor 2018 gelangt, der die berufliche Inanspruchnahme von Cloud-Speichern untersuchte.

Sicherheitsrisiken sind den meisten Cloud-Nutzern bewusst

Obwohl Sicherheitsexperten für Cloud-Technologien weiterhin vor schwerwiegenden Sicherheitslücken warnen, scheint der Anteil von Cloud-Befürwortern sowohl im privaten als auch unternehmerischen Bereich zu steigen. Laut Dr. Christian Böing, dem CEO der STRATO AG, gehört die private Cloud-Speichernutzung für die meisten Internetnutzer bereits zum Alltag. Wie die Studienergebnisse zeigen, gilt dies für alle Altersgruppen. Fast die Hälfte aller Cloud-Anwender sind mindestens 45 Jahre alt – 15 Prozent sogar 60 Jahre oder älter. Dabei ist sich die absolute Mehrheit aller User der Sicherheitsrisiken eines Cloud-Speichers bewusst.

Sensible Daten wie Gesundheits-, Finanz- oder Login-Details würde kaum jemand der Wolke anvertrauen. Zudem geben 64 Prozent Verschlüsselungsmöglichkeiten als Kriterium bei der Anbieterwahl an. Für die Mehrheit aller Nutzer spielt weiterhin der Serverstandort ihres Cloud-Dienstes eine Rolle: 52 Prozent wären bereit, für ausschließlich in Deutschland stehende Cloud-Server zu zahlen. Obwohl insbesondere US-amerikanische Cloud-Dienste teilweise technisch überlegen sind, warnt Stiftung Warentest bei Anbietern außerhalb der EU vor schwammigne Ausdrucksweisen und Verletzungen des europäischen Datenschutzgesetzes.

Unternehmen auf der Wolke

Im Hinblick auf deutsche Unternehmen dokumentierte der Bitkom Cloud-Monitor ebenfalls eine steigende Akzeptanz der Cloud-Technologie. Während 2011 lediglich 28 Prozent aller Firmen Cloud-Dienste nutzten, waren es im Jahr 2016 65 Prozent und damit ganze zwei von drei Unternehmen. Kurz vor den berühmten Enthüllungen zum NSA-Skandal im Jahr 2013 war die Skepsis laut dem Report am größten. Fast die Hälfte der Unternehmen standen der Cloud damals noch ablehnend oder zumindest kritisch gegenüber, während der Monitor drei Jahre später nur mehr 25 Prozent mit ablehnender Einstellung dokumentierte. Im Rahmen der Studie Communication 4.0 fand die ASC Technologie AG ebenfalls heraus, dass im Business-Sektor seit 2016 steigende Nachfrage nach Cloud-Lösungen besteht. Als wichtigste Gründe für die Nutzung nannten die Studienteilnehmer Kostensenkung, interne Entlastung und höhere Effizienz. Demgegenüber geht es privaten Nutzern laut der Forsa-Studie vor allem um Datensicherung. Speziell digitale Fotos speichern und teilen bereits über 70 Prozent aller Cloud-Nutzer mithilfe der Wolke. Angesichts dieses Booms werden Online-Dienstleistungen von Cloud-Anbietern zukünftig trotz Datenschutzskandalen weder aus dem privaten noch beruflichen Alltag wegzudenken sein.


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