Anlässlich des „Future Imaging Technology“ Events hat Oppo insgesamt vier neue Kamera-Technologien vorgestellt und somit einen ersten Blick auf zukünftige Smartphones geworfen. Neben einem neuen Sensor zeigte der Hersteller auch eine 5-Achsen-Stabilisierung, einen variablen Periskop-Zoom und eine Under-Screen-Camera.

Bei Oppo gibt es immer wieder spannende Technologien zu entdecken, so zuletzt beispielsweise das ausrollbare Smartphone-Konzept Oppo X 2021. Darüber hinaus arbeitet der Hersteller auch an einer neuen Wireless Charging Technologie, allerdings ohne Kontakt zum eigentlichen Ladepad. Für die Smartphone-Fotografie hat Oppo nun vier Technologien im Gepäck, die schon bald in neuen Modellen zum Einsatz kommen sollen.

RGBW-Kamerasensor für eine höhere Lichtempfindlichkeit

Gegenüber bisherigen Kamerasensoren in Smartphones setzt der RGBW-Sensor auf einen zusätzlichen weißen Subpixel. Statt eines doch recht klassischen RGGB-Muster (Rot, Grün, Grün, Blau) kommt nun eine RGBW-Aufteilung (Rot, Grün, Blau, Weiß) zum Einsatz. Das hat primär den Vorteil, dass der Sensor deutlich mehr Licht aufnehmen kann und so besonders im „Low Light“-Szenario, also bei Nacht oder generell schlechten Lichtbedingungen, deutlich hellere und rauschärmere Fotos knipst.

Bild: Oppo

Bereits 2015 hatte Oppo im R7 Plus so einen Sensor verbaut und konnte so mehr Licht einfangen. Allerdings gab es damals diverse technologische Einschränkungen (z. B. Chip-Herstellungsverfahren, unzureichende Rechenleistung und fehlende Pixel-Binning-Technologien), wodurch RGBW-Sensoren nicht allzu oft eingesetzt wurden. Die nun zweite Generation, die zusammen mit Sony in den letzten Jahren entwickelt wurde, soll jedoch um 32 % lichtempfindlicher und 78 % rauschärmer sein. Vivo hat einen ähnlichen Sensor bereits im September 2020 vorgestellt, bei Huawei ist mit dem RYYB-Sensor ein ähnlicher Ansatz schon seit dem P30 Pro (Test) im Einsatz.

Bild: Oppo

Im Vergleich zum Oppo Reno 6, welches vermutlich diesen Herbst nach Deutschland kommen sollte, kann der neue RGBW-Sensor rund 60 % mehr Licht einfangen und das Bildrauschen um 35 % reduzieren. Damit der weiße Subpixel auch ordentlich „verarbeitet“ wird, gibt es einen speziellen 4-in-1-Algorithmus. Dieser ist in der Lage den W-Kanal zu dekonstruieren und so Probleme wie Moiré-Muster und Fehlfarben zu verhindern. Der neue RGBW-Sensor soll bereits Ende 2021 in einem „Oppo Produkt“ zum Einsatz kommen. Um welches Smartphone es sich dabei handelt, ist derzeit noch unklar.

Stufenloser Periskop-Zoom mit 85-200 mm Brennweite

Einen Periskop-Zoom hatte Oppo bereits im Find X2 Pro (Test) verbaut, für den Nachfolger Find X3 Pro (Test) hat Oppo jedoch darauf verzichtet (was wir sehr schade fanden). Für die Zukunft könnte es hinsichtlich optischem Zoom in Oppo-Smartphones jedoch wieder rosig aussehen. Der neue stufenlose optische Zoom bietet eine Brennweite von 85 bis 200 mm und kann daher die Vergrößerung variabel einstellen.

Bild: Oppo

Für eine bessere Bildqualität setzt das Kameramodul auf „G+P“-Linsen (Glas + Kunststoff), bei der asphärisches Glas (2GM + 5P) verwendet wird. Dieses Glas soll Streulicht minimieren und sphärische Abberationen eliminieren. Zudem tauscht Oppo für die Positionierung der Linsen den eher typischen Hall-Effekt-Sensor gegen einen Tunnelmagnetowiderstandssensor (TMR-Sensor) aus. Für die Bewegung der Linsen an sich kommt ein neuer Führungswellenmotor zum Einsatz.

Während beispielsweise beim Sony Xperia 1 III, dem ersten Smartphone mit variabler Periskopkamera, nur die zwei verfügbaren Brennweiten auswählbar sind, so lässt sich bei der neuen Oppo-Lösung der Zoom stufenlos und frei einstellen. Dadurch wird ein digitales Vergrößern zwischen den beiden verfügbaren Zoom-Stufen vermieden und eine durchgängig hohe Bildqualität ermöglicht.

5-Achsen-Stabilisator für noch stabilere Aufnahmen

Eine weitere Neuheit ist ein deutlich verbesserter OIS, der nun auf insgesamt fünf Achsen arbeiten kann. Hierbei werden ein Lens-Shift-OIS für kleinere Bewegungen (horizontale (X) und vertikale (Y) Verschiebung) und Sensor-Shift-OIS für etwas stärkere „Ruckler“ (horizontale + vertikale Verschiebung (y) und Rolling) in einem Kamerasensor kombiniert.

Bild: Oppo

Für eine weiterhin hohe Bildqualität kommt ein spezieller Algorithmus zum Einsatz, der vielfältige Strategien zur Steuerung der Verschiebungen nutzt. Als Basis werden Bewegungsdaten des Gyroskop genutzt. Im Endeffekt erreicht das 5-Achsen-OIS dann eine maximale Stabilisierung von ±3° bei einer Verschiebungspräzision von 2 μm.

Under-Display-Camera der nächsten Generation

Bereits vor wenigen Tagen ist die neue Unter-Display-Kamera von Oppo aufgetaucht. Nun gibt es weitere Details zur spannenden Technologie für Frontkameras, die bei Oppo bereits seit 2018 in Entwicklung ist. Hier die wichtigsten Neuerungen:

    • neue Pixelmatrix für 400 ppi über dem Sensor
    • transparentes Makeover: hochpräzise Fertigungstechnik reduziert Breite der Kabel um 50 %
    • 1-zu-1 Pixelansteuerung (jeder Pixelschaltkreis für nur einen Pixel)
    • KI-Algorithmen für die Bildgebung (Beugungsreduzierung, Antikondensation, HDR und AWB)

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