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FireCuda 520N im Test: Schnelle SSD für Gaming-Handhelds

Kleiner Chip mit großer Wirkung?
Seagate Themen
Seagate Firecuda 520N mit ROG Ally im Hintergrund.

Euer ASUS ROG Ally oder Valve Steam Deck braucht mehr Speicherplatz? Seagate hat mit der FireCuda 520N eine passende SSD im Miniaturformat im Angebot, die PCIe-4-Speed für euer Gaming-Handheld verspricht. Wir haben die neue SSD im Miniformat für euch getestet.

Diejenigen unter euch, die auch am „großen“ Rechner zocken, dürften mit der FireCuda-Serie von Seagate bereits vertraut sein. Unter dieser Bezeichnung bietet der Speicherspezialist seine SSDs auf PCIe-Basis an, die unterschiedliche Leistungsklassen abdecken.

Ein kurzer Überblick: Bei der FireCuda 540 (Testbericht) handelt es sich um das aktuelle Topmodell, welches auf PCIe 5.0 setzt. Die FireCuda 530 (Testbericht) bildet hingegen die Leistungsspitze im PCIe-4.0-Segment von Seagate. Auch die FireCuda 520 (Testbericht) basiert ebenfalls auf PCIe 4.0, kommt aber mit etwas niedrigeren Transferraten daher.

Seagate Firecuda im M2230-Fromat: Die N520 auf Carbo-Muster fotografiert.
Die 520N unterscheidet sich nur in der Länge von herkömmlichen SSDs.

Für mobile Geräte, wie das Valve Steam Deck, den ASUS ROG Ally (Testbericht) oder das Lenovo Legion Go, gibt es jetzt die FireCuda 520N. Das Besondere an dieser SSD: Statt der üblichen 80 mm, ist die N-Version lediglich 30 mm lang und passt damit in deutlich kleinere Geräte hinein.

Im Angebot hat Seagate eine 1-TB- sowie eine 2-TB-Variante des Laufwerkes. Dabei ist zu beachten, dass die 2-TB-Version etwas schneller beim Lesen arbeitet, die 1-TB-Variante der FireCuda 520N jedoch schnellere Schreiboperationen unterstützt – wieso das so ist, erfahrt ihr im folgenden Kapitel. Für unseren Test haben wir das Modell mit 2 TB verwendet, das derzeit für ca. 230 Euro zu haben ist.

Die FireCuda N520 klemmt in einem RAM-Slot

Seagate FireCuda 520N Mini-SSD

Dank ihrer Größe von gerade einmal 30 mm, eignet sich die FireCuda 520N ideal für den Einsatz in einem Gaming-Handheld, wie zum Beispiel der ASUS ROG Ally.

FireCuda 520N: Das steckt drin

Auch wenn die FireCuda 520N durch ihre Länge von nur 30 mm auf den ersten Blick ganz anders aussieht als herkömmliche NVMe-SSDs, kommt hier jedoch der gleiche Anschluss zum Einsatz. Ihr könnt das Laufwerk also ganz normal per M.2 verbinden. Konkret handelt es sich bei der 520N um ein M2230-Laufwerk und eben nicht um eine normale M2280-SSD.

Seagate Firecuda 520N SSD in ROG Ally Konsole
Die kleine SSD sitzt zwischen den beiden Lüftern der ASUS ROG Ally.

Aufgrund der im Vergleich zu ihren großen Geschwistern mehr als halbierten Platinenfläche ist das PCB mit dem PS5021-E21-Controller von Phison und einem einzigen NAND-Baustein bereits voll. Da trifft es sich gut, dass es sich bei dem E21-Chip um einen DRAM-Less-Controller handelt, für einen weiteren DRAM-Cache wäre nämlich auch gar kein Platz mehr.

Von welchem Hersteller der NAND stammt, verrät Seagate nicht. Es handelt sich aber natürlich um 3D-NAND, der im Fall der 2-TB-Version im QLC-Verfahren angesprochen wird. Das erklärt auch, wieso das 2-TB-Modell gegenüber der 1-TB-Version eine geringere Schreibgeschwindigkeit und Lebensdauer aufweist (2 TB: 450 TB, 1 TB: 600 TB). Bei der 520N mit 1 TB setzt Seagate hingegen auf TLC-Chips mit entsprechenden Vorteilen beim TBW-Wert (Total Bytes Written).

Als Protokoll kommt bei der FireCuda 520N das weitverbreitete NVMe 1.4 zum Einsatz. Für maximale Leistung muss der M.2-Slot PCIe 4.0 mit 4 Lanes unterstützen (PCIe 4.0 x 4). Es ist aber auch möglich, die SSD mit reduzierter Leistung in einem PCIe 3- oder gar PCIe 2-Slot zu betreiben.

Wie bei der ausgewachsenen FireCuda 520 im M2280-Format, gewährt Seagate auch bei seiner „Miniatur-Version“ eine Garantiedauer von fünf Jahren.

Die FireCuda 520N auf einen Blick

Hier noch einmal die wichtigsten Fakten der Seagate FireCuda 520N SSD im Überblick.

Die FireCuda 520N…

Leistungstest der Seagate FireCuda 520N SSD

Im Fokus dieses Artikels steht natürlich hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die FireCuda 520N SSD mit 2 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks ermöglichen es, das Maximum aus dem Laufwerk herauszuholen, während praktische Tests es erlauben, die Leistung des Laufwerks unter Alltagsbedingungen abzuschätzen.

Folgende Laufwerke wurden für den Vergleich herangezogen:

Testsystem:

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn man mit der Maus über einen Balken fährt, wird der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, können nicht interessierende Produkte durch Anklicken des Produktnamens in der Legende unterhalb des Diagramms ausgeblendet werden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen, die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Der Vorteil von synthetischen Benchmarks ist ihre genaue Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse lassen sich somit besonders gut zwischen verschiedenen Laufwerken vergleichen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

Crystal Disk Mark

Der Crystal Disk Mark (CDM) ist ein weiteres Benchmark-Tool, welches die Performance von SSDs analysieren kann. Hier werden unterschiedliche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse ähnlich wie beim A.S. SSD Benchmark aus jeweils fünf Testdurchläufen gemittelt werden. CDM hat sich in den letzten Jahren zu einem Standardtest entwickelt und wird von SSD-Herstellern oft selbst zur Bestimmung der beworbenen Leistungswerte eingesetzt.

Wir haben außerdem einen direkten Vergleich mit der FireCuda N520 als Systemlaufwerk in einer ASUS ROG Ally Konsole durchgeführt. Die Ergebnisse sind in dem folgenden Diagramm gegenübergestellt.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen diese Art von Tests die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Hierzu werden verschiedene Dateien kopiert und die Transferraten ermittelt. Dazu gehört ein 20 GB großes ISO-Image sowie ein Teil des Battlefield 5 Spiele-Ordners mit einer Größe von 20,3 GB. Um eine Limitierung der Leistung der zu testenden SSD durch ein zu langsames Quelle-/Ziellaufwerk zu verhindern, werden alle Test mit einer RAM-Disk durchgeführt.

In einem ersten Test wird eine 20 GB große Image-Datei zunächst von der RAM-Disk auf die SSD geschrieben. Anschließend wird die Datei von der SSD gelesen und auf die RAM-Disk zurückkopiert. In beiden Fällen werden die Zeiten von drei Durchläufen gemessen und ein Durchschnitt gebildet. Anschließend wird die Prozedur mit einem 20,3 GB großen Installationsordner, der mehrere Dateien unterschiedlicher Größen beinhaltet, wiederholt. Am Schluss wird derselbe Ordner zwischen zwei Pfaden auf derselben SSD kopiert. In diesem Fall muss die SSD Dateien gleichzeitig lesen und schreiben. Aus Dauer und Dateigröße wird abschließend die Transferraten in MB/s berechnet.

Ergebnisse der FireCuda 520N erklärt

Fassen wir die gemessenen Ergebnisse unseres Leistungstests zusammen.

Bei den sequenziellen Zugriffen ist die FireCuda 520N (2 TB) zügig unterwegs und erreicht lesend den beworbenen Maximalwert von 5.000 MB/s in unserem Test ohne Probleme. Beim sequenziellen Schreiben übertrifft das Laufwerk die vom Hersteller angegeben 3.200 MB/s sogar deutlich und landet bei maximal 3.880 MB/s.

Für alle Handheld-Gamer dürften aber vor allem die hohen Leseraten interessant sein, die sich in der Regel in kürzeren Ladezeiten bei Games äußern. Da passt es gut, dass die SSD in der ROG Ally Konsole gegenüber dem Desktop-PC sogar noch einmal leicht höhere Lesewerte aufweist.

Bei den wahlfreien Zugriffen mit größerer Warteschlangentiefe bringt die kompaktierte SSD zwar solide Leistung, die Werte fallen vor allem bei den lesenden Zugriffen jedoch hinter das Niveau „normaler“ M.2-SSDs zurück. Da die Werte aber insgesamt auf einem hohen Niveau liegen, dürften sich hieraus im Alltag eher weniger negative Einflüsse ergeben. Im klassischen 4K-Block-Test liegt die 520N wiederum auf einer Höhe mit den restlichen Laufwerken in unserem Vergleich.

Gute Performance bringt das kleine M2230-Modul ebenfalls in unseren praktischen Kopiertests unter Windows. In dieser Disziplin braucht sich die Spezial-SSD also nicht vor der ausgewachsenen Konkurrenz zu verstecken.

Wärmeentwicklung

Wie bei den meisten modernen NVMe-SSDs, produziert die FireCuda 520N leider auch eine Menge Abwärme, die sich vor allem bei längeren Schreibphasen durch hohen Temperaturen äußert. Seagate scheint seine Firmware hier aber bereits für den Betrieb in mobilen Geräten angepasst zu haben und senkt die Laufwerksleistung schon bei Controller-Temperaturen um die 85 Grad auf ziemlich niedrige Werte ab.

Seagate FireCuda 520N 2 TB Wärmeentwicklung unter Last
Die 520N wird unter Last ordentlich warm.

In unserer ASUS ROG Ally Konsole haben wir ohne die rückseitige Abdeckung maximal 74 °C an dem Solid State Modul gemessen. Das könnte unter anderem daran liegen, dass das SSD-Modul zwischen den beiden Lüftern angeordnet ist. Positiv ist zu vermerken, dass sich die Rückseite mit knapp 35° C auch unter anhaltender Schreibauslastung im Bereich der SSD nicht allzu stark erwärmt.

Auch in diesem Punkt ist der direkte Vergleich mit einer großen M2280-SSD, die fest im Gaming-PC verbaut wird, insgesamt wohl weniger angebracht. Denn im normalen Handheld-Betrieb dürfte die 520N wohl hauptsächlich lesend verwendet werden, um Games auszuführen. Dabei hält sich die Temperaturentwicklung dann insgesamt in Grenzen.

Fazit

(Fast) quadratisch, schnell und warm: So lässt sich die Seagate FireCuda 520N in drei Wörtern treffend zusammenfassen.

Das Sondermaß des kleinen Speichermoduls hat für bestimmte Anwendungsfälle ohne Frage seine Daseinsberechtigung und erlaubt zum Beispiel ein schnelles Upgrade beliebter Handheld-Konsolen. Zwar könnt ihr die SSD theoretisch auch in jeden anderen M2-Slot stecken, hier empfiehlt sich aber ganz klar die Wahl einer normalen M.2-SSD, wenn der Platz es erlaubt.

In puncto Geschwindigkeit leistet die FireCuda 520N das, was das Datenblatt verspricht. Am Ende kauft ihr hier eben eine DRAM-less SSD, die sich vor allem bei leselastigen Anwendungen wohlfühlt. Wird das Laufwerk am Stück mit vielen Daten beschrieben, müsst ihr euch auf warme Finger am Steam Deck oder ROG Ally gefasst machen, was sich jedoch technisch kaum vermeiden lässt.

Wichtig ist noch einmal zu erwähnen, dass ihr euch bei der 2-TB-Variante mit QLC-Speicher zufriedengeben müsst. Wer zum 1-TB-Modell greift, bekommt TLC-NAND.

Preislich liegt die Seagate FireCuda 520N mit 2 TB derzeit bei circa 230 Euro. Die normale FireCuda 520 (M2280) mit 2 TB gibt es bereits für etwa 50 Euro weniger. Das hilft euch aber wenig, denn diese ist knapp 50 mm zu lang für den Einsatz um Handheld. Der Vergleich verdeutlicht aber, dass ihr hier für das Sonderformat extra zur Kasse gebeten werdet. Innerhalb des M2230-Angebotes ist der Preis der FireCuda 520N aber fair.

Pro

  • hohe Leseraten
  • perfekt für M2230-kompatible Handhelds
  • schnelle PCIe-4.0-Anbindung

Contra

  • Wärmeentwicklung
  • deutlicher Aufpreis im Vergleich zur M2280-Variante
  • QLC-NAND mit niedrigerer TBW (2-TB-Modell)

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Nils Waldmann

...ist seit über 17 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle und ist mit der Drohne unterwegs.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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