Programmieren – Wenn das Hobby zum Beruf werden soll

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Wer als Hobby programmieren gelernt hat, kann das zum Beruf machen: Softwareentwickler sind gefragt, der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte ist seitens der Arbeitgeber recht angespannt. Allerdings ist man als Hobbyprogrammierer in der Regel keine IT-Fachkraft, stattdessen haben viele einen Hintergrund gänzlich abseits einer IT-Ausbildung. Programmieren alleine macht auch noch keinen Softwareentwickler aus – es geht um das Arbeiten im Team, an einem großen Softwareprojekt, wofür es neben Kenntnissen einer relevanten Programmiersprache auch die entsprechenden Softskills braucht. Doch wie beweist ein Hobbyprogrammierer einem potentiellen Arbeitgeber, dass er als Softwareentwickler geeignet ist? Ist darüber hinaus überhaupt ein Karriereweg z.B. als Softwareingenieur oder IT-Projektleiter möglich?

Eine Programmiersprache lernen

Wer privat eine Programmiersprache wie z.B. Python oder C++ gelernt hat oder einen der vielen Programmierer Kurse online belegt hat, folgte dabei einer bestimmten Lernkurve. Gerade für Quereinsteiger wird diese recht steil gewesen sein – und mit der Lernkurve sollte auch die Erkenntnis gekommen sein, dass man selbst als Programmierer mit Jahrzehnten Erfahrung immer noch dazu lernt. Damit ist schon einmal die richtige Basis gelegt, als Programmierer zu arbeiten: Die Bereitschaft, sich ständig in neue Probleme hineinzudenken und eine Lösung dafür zu finden.

Viele Einsteiger mögen denken, dass es sehr wichtig ist, welche Programmiersprache gelernt wurde. Tatsächlich ist für Arbeitgeber aber deutlich wichtiger, die zentralen Programmierparadigmen verstanden zu haben und sauberen Code schreiben zu können. Bei Berufseinsteigern in der IT ist stets klar, dass selbst ein mehrwöchiger Programmierkurs mit Prüfung nicht mit jahrelanger Berufstätigkeit vergleichbar ist: Wirklich beherrscht wird die Sprache erst mit der Übung im Arbeitsalltag. Wer eine geforderte Programmiersprache bereits kann, hat auch als Berufseinsteiger natürlich dennoch einen Vorteil.

Python als einsteigerfreundliche und gleichzeitig karrierefördernde Programmiersprache

Wer sich hobbymäßig noch nicht auf das Lernen einer bestimmten Programmiersprache festgelegt hat, sollte sich Python einmal anschauen: Python ist zurzeit die beliebteste Programmiersprache der Welt. Warum?

Python hat die intrinsische Eigenschaft, das Schreiben von sauber strukturiertem und lesbarem Code zu fördern: Strukturelemente des Codes werden strukturellen Elementen eines Textdokuments gleichgesetzt. Beispielsweise dienen Tabstopps bzw. Einrückungen zur Beschreibung von Sichten, Absätze wiederum grenzen die Befehle ab. Während in anderen Programmiersprachen eine For-Schleife durch geschweifte Klammern vom umgebenden Code getrennt werden, geschieht das bei Python stattdessen durch die Einrückung der entsprechenden Befehle.

Es ist diese Verknüpfung zwischen wichtigen syntaktischen Elementen und textuell-strukturellen Elementen, welche von Anfang an zu lesbarem Programmcode führt. Das erleichtert nicht nur das Lernen, sondern auch das Programmieren und später einmal das Kollaborieren, denn andere verstehen den eigenen Code viel schneller. Dies gilt auch für einen selbst, wenn man erst nach längerer Zeit wieder auf den Code schaut. Daher ist Python eine ideale Einsteigersprache für Menschen, die noch keine Programmiersprache kennen.

Python und seine Beliebtheit

Die gute Lesbarkeit und das einfache Erlernen der Programmiersprache Python sind nur ein Grund für die große Beliebtheit – auch die allgemeinen Trends in der IT spielen eine Rolle: So wird Python hinsichtlich Machine Learning oder Big Data gerne eingesetzt, jeweils nur zwei von vielen weiteren Technologiemengen, die seit einigen Jahren wachsen.

Doch auch die Plattformunabhängigkeit von Python ist ein großer Vorteil, die Sprache ist sowohl mit UNIX- als auch mit Windows-Systemen kompatibel. Hinzu kommen unzählige Bibliotheken und Programme mit Python-Bindings und -Schnittstellen, beispielsweise CAD Programme (FreeCAD, Blender), Frameworks für grafische Schnittstellen (PyQT), Automatisierungstools (Selenium) und viele weitere, darunter OpenCV, TensorFlow, NumPy, Pandas, Matplotlib, Scikit-learn, NLTK und so weiter.

Alternativen zu Python

Beliebt und in der Industrie häufig zu gegen sind neben Python die Sprachen Java, C bzw. C++ sowie für die Webentwicklung Javascript, HTML und CSS. Doch auch weniger bekannte Sprachen wie Julia, Lua und Ada könnten für Neueinsteiger auf Grund ihres Aufwärtstrends in der Beliebtheit interessant sein.

Vom Hobby zum Beruf: Fähigkeiten unter Beweis stellen

Wer sich ohne jedwedes offizielle Dokument einer Bildungseinrichtung, welches die Erlangung von Programmierkenntnissen beweist, bei einem Arbeitgeber bewirbt, hat keine guten Chancen. Das heißt aber nicht, dass Hobbyprogrammierer erst noch einen Bildungsabschluss wie z.B. eine Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung im IT-Bereich nachweisen müssen. Der Nachweis über vorhandene Programmierkenntnisse kann auch anders erbracht werden:

Über eigene Softwareprojekte oder über Projekte, an denen man sich beteiligt hat – letzteres wäre sogar noch besser. Konkret heißt das, dass man bei Open Source Projekten mitmachen sollte. Wer auf GitHub oder einer anderen Plattform zur Quellcode- und Kollaborationsverwaltung schon einmal einen Pull Request gemacht hat, eigene Repositories zu seinen Projekten unterhält oder im Bereich der Webentwicklung eine selbst programmierte Anwendung via Link zeigen kann, der hat Beweise genug, die in den Bewerbungsunterlagen herausgestellt werden können.

Programmieren lernen ist nur die halbe Miete

Wer als Programmierer beruflich tätig werden möchte und in einem Team mitarbeitet oder sich als Einzelunternehmer an größeren Projekten beteiligt, der muss mehr können als „nur“ programmieren: Er muss die Organisationsstruktur des Arbeitsumfelds verstehen. Viele Quereinsteiger bekommen es dann mit agilen Methoden, Testzyklen, Test- und Produktivsystemen und vielem mehr zu tun – Prozesse, die vorher meist noch nicht bekannt waren. Es empfiehlt sich in diesem Sinne zumindest in die Arbeitsweise als Programmierer einzulesen, idealerweise macht man für wenige Wochen ein Praktikum. Letzteres fördert einmal mehr die Karrierechancen und bringt noch mehr Erfahrung auch im Programmieren.

Die Karriereleiter: Ist sie als Hobby-Programmierer überhaupt zu besteigen?

Natürlich! Allerdings ist man schon, wenn man es auf die erste Stufe geschafft hat keinesfalls mehr ein Hobby-Programmierer. Nach wenigen Wochen bereits sitzen die Grundlagen der jeweiligen Sprache ebenso wie dass man sich an das Arbeitsumfeld gewöhnt hat und die umgebenden Prozesse kennt. Wer jetzt auch noch Verantwortungsbewusstsein und andere Führungsqualitäten mit sich bringt, hat gute Chancen, befördert zu werden.

Dies klappt allerdings meist nur in kleineren Unternehmen bzw. dann, wenn zur Rechtfertigung der neuen Position die Leistung weit vor dem Bildungsabschluss gezählt wird. Das ist selten! Eine Alternative bietet die Selbstständigkeit oder das Nachholen eines entsprechenden Abschlusses.


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