Somikon Mega-Fotostudio Bundle von Pearl im Test

Produktfotografie, ob zur privaten Verwendung zur Darstellung von Artikeln bei Ebay oder für firmenbezogene Werbezwecke, stellt besondere Anforderungen an die Umgebung. Wichtig ist hier eine weiche, farbneutrale und schattenfreie Beleuchtung ohne extreme Glanzlichter, verbunden mit einem gleichmäßigem Hintergrund zur problemlosen Freistellung des Motivs in der Bildbearbeitung. Alle diese Anforderungen verspricht Pearl mit seinem Fotozelt zu erfüllen.


Das komplette Set.
2 Fotolampen, Fotozelt und Mini-Stativ.


Fotozelt und Stativ, jeweils
in einer eigenen Tasche


Um auch größere Objekte fotografieren zu können, sollte man sich für das große Fotozelt 80 x 80 x 80 cm entscheiden, das problemlos ein Notebook oder Geräte der Unterhaltungselektronik aufnehmen kann. Der Lieferumfang ist erstaunlich vielseitig. Neben dem Fotozelt erhält man zwei Halogenscheinwerfer (Farbtemperatur 5300 k, 50 Watt) und ein Fotostativ. Die gleiche Zusammenstellung ist außerdem noch mit einem Fotozelt in der Größe 60 x 60 x 60 cm erhältlich. Fotolampen und Stativ können aber auch einzeln bei Pearl bezogen werden.

Das Zelt besteht aus einem faltbaren Gestell, das von weißem Polyesterstoff überspannt worden ist. Es wird aus drei Teilen, dem eigentlichem Zelt, einer geschlitzten Vorderfront und einem Einleger, zusammengesetzt. Das Stativ findet in einer eigenen Hülle platz.


Zelt mit Klappmechanismus,
Frontteil und weiße Stoffbahn zum Einlegen.


Das filigrane Stativ geht bei größeren
Kameras in die Knie.


Was bietet nun Pearl für rund 50 Euro? Das Zelt ist schnell aufgebaut bzw. entfaltet, wobei man eine starke elektrostatische Aufladung bemerkt. Es ist also Vorsicht mit empfindlichen Objekten geboten! Innen lässt sich eine weiße Stoffbahn als Hintergrund mit Klettverschlüssen anbringen. Anspruchsvolle Fotografen werden vielleicht einen farbigen Hintergrund vermissen, welcher z.B. in Blau ausgeführt für die Freistellung von Objekten in der Bildbearbeitung notwendig ist. Ein Stück farbiger Stoff lässt sich bei Bedarf aber sicher auch anderenorts auftreiben.


Das Setup.


Front-Teil mit Klettverschlüssen.


An der Vorderfront wird ebenfalls mit Klettverschlüssen eine Stoffbahn angebracht, die einen Schlitz zur Kameradurchführung besitzt. Damit bildet der Zeltaufbau ein abgeschlossenes System und erhält eine gewisse Querstabilität. Befindet sich das Zelt mit dem Stativ auf einer Ebene, sollte der Schlitz senkrecht verlaufen, da sich das Stativ ansonsten als zu kurz erweist. Anfangs hatten wir ein wenig Schwierigkeiten, die Kamera so zu positionieren, das diese quasi ungehindert ins Zelt blicken kann, d.h. das alle relevanten Sensoren freie Sicht haben. Nach einigem Probieren gelang aber auch das. Eine viereckige oder runde, verschließbare und anpassbare Öffnung wäre hier sicher praktischer.


Großes Zelt - kleine Lampen.


2 Fotolampen links - 1 Baustrahler rechts.


Das dem Set beiliegende Stativ konnte das Gewicht unserer großen Testkamera Olympus C-5060 nur ungenügend beherrschen. Die zwangsläufig auszuziehenden Teleskopbeine rutschten immer wieder zusammen. Hosentaschen-Kameras im Format einer Canon Ixus oder der hier gezeigten Kamera von Aiptek stellen hingegen kein Problem für das Stativ dar. Eine Spiegelreflexkamera oder eine größere Kompakte, wie eine Olympus, sollte man dem kleinen Stativ aber lieber nicht anvertrauen. Besser ist es, das Zelt auf einem Tisch zu positionieren und ein größeres und stabileres Stativ zu verwenden, welches fest auf dem Fußboden steht.


2 Fotolampen vs. Baustrahler (im Zelt).


Weiches Licht im Fotozelt.


Etwas zu klein erscheinen zudem die Scheinwerfer im Vergleich zur Zeltgröße (80 x 80 x 80 cm) und sind somit nur bedingt zur ausreichenden Ausleuchtung des sich im Zelt befindenden Objektes geeignet. Die Leuchten ruhen auf einem metallischem Dreifuß und lassen sich nur vertikal schwenken, eine Höhenverstellung ist nicht vorhanden. Auf Grund der ungenügenden Ausleuchtung ist je nach Kameramodell der Einsatz des Blitzgerätes notwendig, was wiederum zu unerwünschten Glanzlichtern führen kann. Die Beleuchtung sollte man im Vorfeld also möglichst genau planen, da sich die stark erhitzenden Scheinwerfer im Betrieb nur noch eingeschränkt korrigieren lassen ohne sich dabei die Finger zu verbrennen.

 

Fazit

Um gelegentlich Produktfotos anfertigen zu können, erfüllt das Fotozelt seinen Zweck und selbst größere Objekte lassen sich so ansprechend fotografieren. Das faltbare Gestell hilft Platz zu sparen und sorgt für einen schnellen Aufbau an jedem Ort, sowie für einen bequemen Transport. Leider reichen die zwei mitgelieferten Fotolampen nicht, um das Zelt vollständig auszuleuchten. Zumindest für das große Zelt sollte man zusätzliche Scheinwerfer einplanen oder leistungsfähigere Leuchten bzw. als günstige Alternative vielleicht Baustrahler einsetzen. Das kleine Stativ ist je nach Größe und Gewicht der vorhandenen Kamera bedingt einsetzbar, gegebenenfalls kann man auf ein schon vorhandenes, stabileres Stativ als Ersatz zurückgreifen. Als Einstieg in die Produkt- bzw. Objektfotografie taugt das Set zu diesem Preis allerdings allemal und bietet eine gute Basis für etwaige Erweiterungen. Professionellere Alternativen sind um ein Vielfaches teurer.

Pro

  • Größe 80 x 80 x 80 cm - viel Raum, auch für große Objekte
  • faltbares Zelt ist schnell aufgebaut und auch wieder verstaut
  • preiswertes Set als Einstieg in die Produktfotografie - Alternativen oft viel teurer!

Contra

  • Mini-Stativ zu "schwach" für Spiegelreflexkameras und größere Kompakte
  • Ausleuchtung des großen Zeltes nicht optimal - unter Umständen sind weitere Lampen nötig

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